57. Aeneas-Silvius-Vorlesung

Dienstag, 3. November 2020, 18.15 Uhr
St. Marienkirche, Holbeinstrasse 30, Basel

Heil und Zeit

Heilsgeschichte, Weltende, zyklische Wiederkehr
Drei Deutungen des biblischen Weltverständnisses

Prof. Dr. Dr. h.c. Bernhard Lang, Universität Paderborn

Bernhard Lang lehrte als Professor für Altes Testament und Religionswissenschaft
1985 bis 2011 an der Universität Paderborn,
1998 bis 2003 an der University of St. Andrews, Schottland.

Begrüssung: Prof. Dr. phil. Thomas Grob, Vizerektor Lehre der Universität Basel

Wie ist die Bibel zu lesen: als Buch der Heilsgeschichte, in deren Mitte Jesus Christus steht (Oscar Cullmann)? Oder als Endzeit-Buch, geprägt von der Erwartung des nahen Weltendes, das jeden Gläubigen verpflichtet, so zu leben, als sei heute der letzte Tag (Rudolf Bultmann)? Nach Bernhard Lang ist die Heilsgeschichte eine Erfindung der Kirchenväter, die Endzeitmythologie eine Erfindung des theologischen Existenzialismus. Die der Bibel eigene Sicht lässt sich als Theologie der Schwellenzeiten («liminal periods») zwischen heillosen und heilvollen Zeitabschnitten beschreiben. Ihr Bild ist nicht der heilsgeschichtliche Zeitpfeil, auch nicht der Blitz des Weltendes, sondern der archaische Kreis, Symbol der Wiederkehr.

Im Anschluss an die Vorlesung besteht bei einem Apéro im Pfarreiheim St. Marien, Leonhardsstrasse 47, Basel die Möglichkeit zur weiteren Diskussion über das Thema. Alle teilnehmenden Personen sind dazu von der Aeneas-Silvius-Stiftung herzlich eingeladen. Vorlesung und Apéro mussten unter Corona-Bedingungen nach St. Marien verlegt werden. In der Kirche stehen 90 Plätze zur Verfügung. Wir bitten Sie ausnahmsweise um Anmeldung zum Vortrag und zum Apéro.

Die traditionelle Aeneas-Silvius-Vorlesung an der Universität Basel ( seit 1960 ) wird 2021 ergänzt durch eine Ringvorlesung und ein Masterseminar zum Thema «Endlichkeit und Unendlichkeit », beides interdisziplinär. Der für Frühjahr 2020 geplante Zyklus wird im Frühjahrsemester 2021 durchgeführt.