Dienstag, den 3. November 2026, 18.15 Uhr
Kollegienhaus der Universität Basel, Petersplatz 1, Aula
Superbia generis humani
Gegen den Anthropozentrismus
Prof. Dr. Michael Hampe, emeritierter Professor für theoretische Philosophie der ETH Zürich,
Erskine Fellow an der Universität Canterbury, in Christchurch Neuseeland,
Mercator Fellow an der Universität Bremen in Deutschland
Begrüssung: Prof. Dr. Thomas Grob, Vizerektor für Lehre an der Universität Basel
Spinoza hat in seiner «Ethik» von 1677 den Menschen als Teil der Natur beschrieben. Wir stehen ihr nicht gegenüber, weder als Betrachter noch als «Nutzer». Diese Sicht der menschlichen Stellung in der Welt hat sich nicht durchgesetzt. Aber sie hat Wirkungen in der so genannten «Tiefenökologie» bei dem Norwegischen Philosophen Arne Naess gezeitigt. Der Vortrag geht den Konsequenzen nach, die die Umstellung eines menschlichen Selbstverständnisses auf das Spinozistische hätte: Von der hochmütigen Sicht eines vermeintlichen animal rationale als «Krone der Schöpfung» zu der demütigen als eines abhängigen Wesens, dessen Lebenszeit als Individuum und als Gattung begrenzt ist und das beides nicht recht versteht oder, wenn es diese Tatsachen der Endlichkeit doch ein wenig zu verstehen scheint, nicht in der Lage ist, sich mit ihnen abzufinden.

Im Anschluss an die Vorlesung besteht bei einem Apéro im Foyer der Universität im Kollegienhaus die Möglichkeit zur weiteren Diskussion über das Thema. Alle teilnehmenden Personen sind dazu vom Rektorat der Universität herzlich eingeladen.


Die traditionelle Aeneas-Silvius-Vorlesung an der Universität Basel (seit 1960) wird 2026/2027 wiederum ergänzt durch eine Ringvorlesung und ein Seminar zum Thema «Mehr als Intelligenz», beides interdisziplinär.